Die drei transdermalen Transportwege

Für die Aufnahme von Substanzen über die Haut sind drei Transportwege bekannt:

  • Die Volumendiffusion — der Weg durch die Zwischenräume zwischen den Zellen (interzelluläre Diffusion)
  • Die transzelluläre Diffusion — der Weg durch die Zellen hindurch
  • Die Shunt-Diffusion — der Weg über die Hautanhangsgebilde, also über Schweißdrüsen und Haarfollikel

Welcher dieser Wege für Magnesium-Ionen maßgeblich ist, ist offen. Eine einzelne Untersuchung (Chandrasekaran und Barnard, 2016) berichtete, dass die Permeation im Versuch überwiegend über Haarfollikel erfolgte (1) — eine breite Bestätigung dieses Befunds durch weitere Studien steht aus.

Schematische Darstellung der drei Transportwege durch die Haut: interzelluläre Diffusion, transzelluläre Diffusion und Shunt-Diffusion über Haarfollikel

Die Rolle der Haarfollikel

Die genannte Untersuchung führt den berichteten Effekt auf die Haarfollikel zurück. Die Begründung: Haarfollikel machen zwar nur etwa 0,1 Prozent der Körperoberfläche aus, doch die tiefen Einstülpungen schaffen eine vergleichsweise große Fläche, und da sie nicht von der Hornschicht bedeckt sind, ist der Widerstand dort geringer. Das ist die in der Studie vorgeschlagene Erklärung — nicht ein gesichertes physiologisches Faktum.

Ein diskutierter Mechanismus: Rückgewinnung aus dem Schweiß

Als möglicher Mechanismus wird diskutiert, dass Zellen, die Magnesium aus dem Schweiß zurückgewinnen, auch von außen zugeführtes Magnesium aufnehmen könnten. Als Analogie dient die Niere, wo spezialisierte Zellen Magnesium aus dem gefilterten Harn zurückholen; beteiligt sollen Membranproteine mit hoher Affinität für Magnesium-Ionen sein.

Das ist eine Hypothese zur Erklärung der beobachteten Messwerte — ein für die transdermale Aufnahme belastbar nachgewiesener Transportweg ist es nicht.

Schematische Darstellung der transdermalen Resorption von der Hautoberfläche bis in die tieferen Hautschichten

Welche Faktoren diskutiert werden

Falls eine Aufnahme über die Haut stattfindet, werden als Einflussgrößen genannt:

  • der Feuchtigkeitszustand der Haut
  • die Größe des behandelten Hautareals
  • die Magnesiumkonzentration auf der Haut
  • die Durchblutung der Haut
  • die Einwirkdauer

Chandrasekaran und Barnard berichteten, dass die gemessene Permeation mit Konzentration und Einwirkzeit zunahm (1). Diese Angaben stammen aus einer einzelnen Untersuchung und sind nicht breit repliziert.

Wie sich das praktisch umsetzen lässt, steht auf der Seite Anwendung. Die zugrunde liegenden Untersuchungen sind unter Studien zusammengefasst.

Quellen

  1. Chandrasekaran N., Barnard R.T.: Permeation of topically applied Magnesium ions through human skin is facilitated by hair follicles. Magnesium Research 2016; 29 (2): 35–42