Magnesium und der Zyklus

Die Gebärmutter besteht aus glatter Muskulatur. Magnesium ist an der Muskelfunktion beteiligt — deshalb wird der Mineralstoff im Zusammenhang mit dem Zyklus häufig genannt. Was sich dazu sagen lässt.

Frau mit einer Wärmflasche auf dem Unterbauch

Was während der Menstruation physiologisch passiert

Hat sich keine befruchtete Eizelle eingenistet, wird die Gebärmutterschleimhaut abgebaut. Beteiligt sind daran Botenstoffe aus der Gruppe der Prostaglandine, die die Gebärmuttermuskulatur zur Kontraktion anregen. Diese Kontraktionen sind der Mechanismus hinter dem krampfartigen Charakter der Beschwerden.

Die Gebärmutter besteht aus glatter Muskulatur. Und Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion bei — eine der zugelassenen gesundheitsbezogenen Aussagen. Über diese Brücke wird der Mineralstoff im Zusammenhang mit dem Zyklus diskutiert.

Was die Studienlage hergibt

Eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie an 60 Studentinnen mit mittelstarker bis starker primärer Dysmenorrhoe verglich zwei Magnesiumdosen (150 und 300 Milligramm Magnesiumstearat) gegen Placebo. Beide Dosen gingen mit einer Verringerung der erfassten Menstruationsbeschwerden einher, die höhere Dosis deutlicher (1).

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens: Das ist eine kleine Studie mit 20 Teilnehmerinnen pro Gruppe an einer sehr spezifischen Gruppe — Studentinnen eines Wohnheims. Zweitens, und das ist für diese Seite der wichtigere Punkt: Untersucht wurde die orale Einnahme. Auf die transdermale Anwendung lässt sich das Ergebnis nicht übertragen — dazu liegen für diese Fragestellung keine vergleichbaren Daten vor.

Was sich unabhängig davon sagen lässt: Der Magnesiumbedarf ist keine feste Größe und kann sich zyklusabhängig verändern. Eine ausreichende Versorgung ist ohnehin sinnvoll — dafür braucht es keinen Zyklusbezug.

Und die andere Seite: Starke Regelschmerzen sind nicht automatisch normal. Hinter ausgeprägten Beschwerden können Erkrankungen wie eine Endometriose stehen, die oft jahrelang unerkannt bleibt. Wenn Schmerzen Ihren Alltag einschränken, gehört das gynäkologisch abgeklärt — nicht in einen Selbstversuch mit Nahrungsergänzung.

Anwendung über die Haut

Während der Menstruation treten neben Unterleibsbeschwerden häufig auch Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden auf. Das ist der Punkt, an dem die Anwendung über die Haut praktisch interessant wird: Sie beansprucht den Verdauungstrakt nicht, während die orale Zufuhr von Magnesium bei einem Teil der Menschen selbst Blähungen oder Durchfall auslöst.

Praktisch: Magnesium Oil auf Unterbauch und — wenn dort ebenfalls Beschwerden bestehen — auf die Kreuzbeinregion auftragen und mit kreisenden Bewegungen einreiben, mindestens 20 Minuten einwirken lassen. Alternativ ein Fußbad mit Magnesium-Badeflocken bei etwa 37 Grad Celsius, 15 bis 20 Minuten. Die Details stehen unter Anwendung.

Zwei Einschränkungen zum Fußbad: Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei Krampfadern sind ansteigende Fußbäder nicht geeignet. Und bei bekannten Nierenerkrankungen gehört jede zusätzliche Magnesiumzufuhr vorab ärztlich besprochen.

Einordnung

Magnesium ist ein Baustein einer ausreichenden Nährstoffversorgung, kein Mittel gegen Regelschmerzen. Die Anwendung über die Haut hat den sachlichen Vorteil, den Verdauungstrakt zu umgehen. Was sie nicht leistet: eine Diagnose ersetzen.

Quellen

  1. Yaralizadeh M., Nezamivand-Chegini S., Najar S., Namjoyan F., Abedi P.: Effectiveness of Magnesium on Menstrual Symptoms Among Dysmenorrheal College Students: A Randomized Controlled Trial. International Journal of Women's Health and Reproduction Sciences 2024; 12 (2): 70–76 DOI / Link

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